Wofür denn Proteine ?

Wofür denn Proteine ?

Proteine ​​bestehen aus Aminosäuren.

Es gibt übrigens Hunderte verschiedener Aminosäuren, von denen aber nur einige für Hunde erforderlich sind.

Man unterscheidet zwischen nicht-essentiellen Aminosäuren, diese werden selbst synthetisiert und müssen nicht mit der Nahrung aufgenommen werden und den essentiellen Aminosäuren, diese müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Der Hund benötigt hiervon 10.

Aber wie kommt der Hund nun an die Aminosäuren ?

Ganz einfach, über die Verdauung. Proteine, die der Hund mit der Nahrung aufnimmt, werden über die Verdauung in Aminosäuren aufgespalten. Diese Aminosäuren stehen dann selbst wieder zur Synthese von Proteinen zur Verfügung und können so  zum Aufbau und zur Reparatur von Organen und Geweben, zum Transport von Molekülen, oder zum Versenden von Nachrichten von einem Organ zum anderen (via Hormone) oder zur Bekämpfung von Krankheiten (Antikörper) eingesetzt werden.

Proteinquellen

Proteinquellen können dabei tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sein, wie z. B.: Geflügel, Rindfleisch, Schweinefleisch, Fisch, Eier, Mais, Reis, Erbsen oder Sojabohnen.

Proteine - Aminosäuren

Proteine sind also die Bausteine des Lebens und absolut notwendig. ABER: Hunde können nur eine bestimmte Menge des Proteins verwenden, um Gewebe etc. zu reparieren und zu erhalten.

Und was passiert mit dem Rest ?

Jeder Überschuss muss entsorgt werden. Hierfür müssen die Nieren herhalten. Nieren werden bei Proteinüberschuß übermäßig belastet, um die Nebenprodukte des Proteinabbaus über den Urin auszuscheiden. Außerdem enthalten Proteine auch andere Nährstoffe, die man nicht im Überschuss zur Verfügung haben möchte. Man denke nur an das allerseits bekannte Kalzium:Phosphor Verhältnis. Ist dieses Verhältnis aus der Balance kommt es beispielsweise zu Komplikationen während des Wachstums, oder aber die Nieren werden wiederum übermäßig belastet. Gut, einem gesunden, erwachsenen Hund wird das nichts ausmachen, aber sollte ein Hund Leber oder Nierenschäden haben, dann wäre eine übermäßige Belastung kontraproduktiv.

(Bild:Ernährung des Hundes Jürgen Zentek, Enke Verlag, 8.Auflage)

Zwischenfazit.

Protein ist also der Baustein des Lebens. Proteinquellen können pflanzlichen und tierischen Ursprungs sein, ein Übermaß ist ungünstig und zu guter letzt kommt jetzt noch:

Protein ist nicht gleich Protein.

Was heißt dass denn nun wieder ? Proteine unterschiedlicher Quellen können unterschiedlich gut verdaut werden bzw. enthaltene Aminosäuren können je nach Protein unterschiedlich verfügbar sein. Man spricht hier auch von der Qualität von Proteinen. So genannte hochwertige Proteine ​​liefern alle erforderlichen essentiellen Aminosäuren. Wenn einem Protein eine oder mehrere dieser essentiellen Aminosäuren fehlen, also diese nicht verfügbar sind, spricht man von Protein schlechter Qualität.

Nun, aber, kann man die (Bio-)Verfügbarkeit messen ? Ja, man kann. Und zwar kann man messen wieviele Aminosäuren am Ende des Dünndarms verdaut wurden. Alles was am Ende des Dickdarms rauskommt, wird ja ausgeschieden und hat keinen Nutzen mehr…ausser dass es die Luft vielleicht „liebevoll einfärbt“. 😉

So, aber ein Punkt wäre immer noch zu klären. Warum sollte der Hund denn Getreide, Erbsen, Mais etc. fressen?

Stammt der Hund nicht vom Wolf ab und würden Wölfe Getreide fressen ?

Tja, also der Hund stammt zwar vom Wolf ab, aber im Laufe der Domestizierung hat sich sein Genom doch etwas verändert. Wissenschaftler haben das Genom von Hund und Wolf miteinander verglichen. Genauer gesagt beziehe ich mich hier auf eine Studie die die genetischen Unterschiede von 60 Hunden (14 Rassen) und 12 Wölfen aus der ganzen Welt untersuchte. Die Ergebnisse zeigten (neben Unterschieden das Gehirn betreffend) eine Veränderung derjenigen Gene, die an der Verdauung und dem Stoffwechsel von Stärke sowie an der Verwendung von Fetten beteiligt sind. Das Team stellte fest, dass Hunde im Gegensatz zum Wolf mehrere Kopien des sogenannten AMY2B-Gens besitzen, welches ein Enzym produziert, das Stärke in leicht verdaulichen Zucker aufspaltet. Diese Anpassungen haben es den frühen Vorfahren moderner Hunde ermöglicht, sich im Vergleich zu ihren fleischfressenden Vorfahren von einer stärkehaltigen Nahrung zu ernähren, was einen entscheidenden Schritt in der frühen Domestizierung von Hunden darstellt. („The genomic signature of dog domestication reveals adaptation to a starch-rich diet“ Erik Axelsson Nature 2013)

Und was sagt uns das jetzt alles?

Nun, wir sollten beim Futter darauf achten, dass das zugeführte Protein von hoher Qualität ist und dass die Zusammensetzung gut ausbalanciert ist und dass ein Zuviel an Protein auch durchaus gefährlich sein kann.

Aber wieviel und was soll man denn nun füttern ?

Geduld…darauf gehen wir späte ein, also please stay tuned, Fortsetzung folgt.

Quellen:

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