Verrückte Zeiten erfordern verrückte Aktionen oder alle warten auf die Moo´s

Verrückte Zeiten erfordern verrückte Aktionen oder alle warten auf die Moo´s

Oder sollte ich besser sagen, auch ungewöhnliche Zeiten konnten mich nicht davon abhalten, den besten Match für meine wunderbare Mercy zu suchen… Et viola, was soll ich sagen, nicht nur dass wir ihn gefunden haben, es hat auch noch alles wunderbar geklappt.

Aber erstmal ganz von vorne: Wie der ein oder andere mitbekommen hat, verlief Mercy’s letztes Rondevouz ja leider etwas zartbitter. Nun das ist nicht ungewöhnlich und über den Grund kann man eigentlich nur spekulieren. Vor allem da alle vorherigen Gesundheitshecks ein klares Thumbs-Up signalisierten. Vielleicht hat die Chemie einfach nicht gestimmt? Wer weiß das schon.

Einer weiß es immer. Auch in diesem Punkt muss es immer jemanden geben, der eine eindeutige Erklärung hat. Geht es hier etwa ein klitzekleines bisschen um Schuldzuweisung ? Mein Gott, wie muss dass unter Pärchen sein, wenn Kinderwunsch unerfüllt bleibt ? Sucht man da die Schuld erstmal beim anderen? Ich hoffe nicht, ist ja so schon traurig genug. Wie auch immer, Sie merken bereits: Reproduktion ist auch unter Züchtern ein sehr emotionales Thema.

Es hatte ja bereits einmal geklappt und Mercy hatte einen wunderbaren Wurf. Aber aufgrund der letzten Erfahrung machte sich Unsicherheit breit. Wird es denn diesmal klappen ? Was wenn nicht ? War der ganze Aufwand am Ende umsonst, der ganze emotionale Stress ? Und was ist mit den Kosten ? Ja, auch das muss angesprochen werden. Die Kosten die auf einen Züchter zukommen, noch bevor sich die zwei Honeymooner überhaupt treffen können, sind nicht gerade unerheblich. Von denen, die danach kommen ganz zu schweigen.

Jedenfalls hatte ich mich entschieden es noch einmal zu versuchen und dann auch ohne Kompromisse. So bin ich also guter Dinge sage und schreibe dreimal nach München in die LMU gefahren, um jegliche Unwägbarkeiten auszuschließen und den besten Zeitpunkt zu bestimmen. Ja genau, bis nach München: 177km one-way. Für einen Progesteron Test! Verrückt oder ?! Aber ich muss schon sagen, das Team der LMU ist einfach sensationell. Es lohnt sich selbst für eine simple Deckzeitbestimmung den Weg auf sich zu nehmen! Wird man nicht nur 1A medizinisch begleitet, man erhält auch noch einen super detaillierten schriftlichen Befund. Die perfekte Rundumversorgung quasi.

Ach hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich mich zwei Tage vor optimalen Deckzeitpunkt endlich entscheiden konnte, mit welchem Rüden wir das erneute Wagnis gehen würde ? Ja, es war ein Kampf zwischen Sicherheit und Wagnis. Und wer hat gewonnen ? Die Wagnis. Denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt ! Mein Gott, was für ein endloses Wortspiel.

Ich hatte mich also entschieden. Der Haken an der Geschichte: jener welcher Rüde lebt 777km von meinemZuhause entfernt. Und ich musste zuvor unbedingt für einen letzten Test nochmal nach München. Also 175km on top.

Was tut man nicht alles um seine Zucht nach vorne zu bringen. Man soll es kaum glauben, aber es geht nicht nur um simple Reproduktion. Eigentlich verfolgt man ein spezielles Ziel. Wie überall im Leben. So gibt es eben auch Rüden, die aus gesundheitlicher Sicht vielleicht passen, aber kommt man mit ihnen auch seinem Zuchtziel näher?

Jedenfalls wurde jetzt nicht mehr weiter hinterfragt. Egal welche Erfahrungen hinter uns lagen. Wir haben unseren Koffer gepackt, sind ins Auto gestiegen und einfach losgefahren. Und viele, viele, viele Stunden später, nach ich weiß nicht mehr wie vielen Pausen, sind wir gesund und müde in Belgien angekommen. Nach einem kurzen und herzlichem Hallo, durften sich die Hunde kennenlernen und was soll ich sagen. Nach kurzem oberflächlichem Geziere (ganz die Prinzessin eben) sind nur noch Herzchen gesprudelt . Ich sag nur: “Love is in the air, everywhere I look around”….Danke John Paul Young für diesen schönen Song! Der perfekte Match war also gefunden: Mercy ❤️ Roo (aka Fifth Avenue Red Kangoroo). Wir wiederholten die Liaison noch zwei weitere Male, ehe wir uns wieder auf den Nachhause Weg machten.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei meiner lieben Züchterkollegin Liesbeth Roelants von My Cobber, my Dog bedanken. Vielen Dank für deine Gelassenheit, deine Flexibilität, das Vertrauen und die Zeit, die du für mich so kurzfristig aufgebracht hast! Ich habe die vielen wahnsinnig interessanten Gespräche, die wir geführt haben, sehr genossen. Es war wirklich eine tolle Erfahrung und ich hoffe es war nicht das letzte mal, dass wir uns getroffen haben. Auf einen weiteren Bagel mit Avocado 😉.

Ach zu guter letzt, die Trächtigkeit wurde bereits bestätigt. Wieviele kleine Moo`s rauskommen ist noch ungeklärt. Aber es könnte durchaus sein, dass sich der ein oder andere noch bewerben darf. 🤗

Noch drei Wochen, dann dürften die kleinen Moo`s das Licht der Welt erblicken. Wer Zeit hat, kann gerne kräftig Daumen drücken.

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